… Eine Frage, die sich vor allem Beginner stellen. Sofern sie sich überhaupt darüber bewusst sind, dass es vollkommen unterschiedliche Arten von Boards gibt. Diese unterscheiden sich nicht nur in Material, Verarbeitung und Qualität, sondern vor allem auch in ihrer Form. Wir wollen Dir im Folgenden einen Überblick geben. Markennamen wirst Du dabei nicht lesen. Das hat einen guten Grund: Es gibt hunderte von Herstellern, darunter auch viele Newcomer. Und viele von Ihnen, auch die eher unbekannten und kleineren Marken, haben großartige Boards in ihrem Portfolio. Wir wollen hier keinem einen Vorzug geben. Ähnlich verhält es sich auch, wenn Du Testberichte in diversen Zeitschriften liest oder Dir konkrete Profukttests auf Youtube anschaust. Natürlich sind diese hilfreich, vor allem dann wenn Du Dir schon ein paar Favoriten herausgesucht hast und Dich durch passende Tests Deine Entscheidung noch einmal bestätigt fühlen möchtest. Außerdem bekommst Du so vielleicht schon einmal einen ersten Überblick über einige größere und kleinere Hersteller.

Bevor wir jetzt die einzelnen Kriterien im Detail anschauen, sei Dir darüber bewusst, dass 90% der aufblasbaren Boards. fast aller Hersteller aus den gleichen 2-3 Fabriken in China kommen. Daher unterscheiden sich die meisten Produkte auch eher grundsätzlich in der Machart, durch welche die Qualität bestimmt wird, der Form (Shape) und natürlich dem mehr oder weniger aufregenden Design.

Die Shapes/Formen

Das Allround Board

Die bekanntesten Boards sind die sogenannten Allround-Boards. Sie zeichnen sich durch eine eher kurze und bauchige Form aus. Die Enden sind rundlich geformt. Die Länge variiert zwischen 9‘6‘‘ und 10‘8‘‘.

Du fragst dich vielleicht, was die Längenangabe 9’6“ bedeutet? Die Maße von SUPs werden üblicherweise in Fuß und Inches angegeben. 9’6“ bedeutet also 9 Fuß und 6 Inches. Ein Fuß entspricht 30,48 cm, 1 Inch sind 2,54 cm. Ein 9’6“er Board ist also ca. 2,90 m lang, ein 10’8“er hingegen fast 3,29 m.

Klassische Form eines Allround SUP

Allround-Boards sind auch am weitesten verbreitet, da vor allem fast alle Billigangebote der Discounter auf diese Form setzen. Und das nicht ohne Grund: Wie der Name schon sagt, ist ein Allround-Board für fast alle Anwendungszwecke mehr oder weniger gut zu gebrauchen. Durch ihre kurze und bauchige Form sind sie sehr wendig. Die Breite liegt bei mindestens 32‘‘, oft darüber. Das macht diese Boards sehr kippstabil, was vor allem Anfängern sehr entgegen kommt.

Das Touring Board

Falls Du planst, öfter einmal längere Ausflüge mit Deinem Board zu machen, vielleicht sogar eine mehrtägige Tour, dann ist wahrscheinlich ein Touring Board die beste Wahl für Dich. Touring Boards sind stromlinienförmiger geschnitten als Allrounder: Sie haben meist eine spitze Nase und mit einer Längen zwischen 11’0“ bis 13’2“ deutlich länger. In der Breite unterscheiden sie sich hingegen kaum oder nur unwesentlich von einem Allround SUP.

Diese Eigenschaften sorgen dafür, dass Touring Boards deutlich besser durch das Wasser gleiten. Durch das meist etwas höhere Gewicht benötigst Du für die Beschleunigung vielleicht einen Moment länger, aber einmal in Fahrt kommst Du dann spürbar schneller voran, als mit einem Allrounder. Auf Kosten einer eingeschränkteren Wendigkeit punkten diese Boards mit einem ausgezeichneten Geradeauslauf. Du kannst also länger auf der gleichen Seite paddeln, bevor Du wechseln musst. Durch die hohe Länge und Breite haben Touring Boards ein hohes Volumen und somit auch eine hohe Tragkraft. Das ermöglicht es Euch, Euer Gepäck mitzunehmen, einschließlich eines Zelts. Gummiseile oder Gepäcknetze vorne und hinten helfen Euch, alles sicher zu verstauen.

Ein klassisches Race SUP

Das Race Board

Dir kann es nicht schnell genug gehen? Du möchtest am liebsten über’s Wasser fliegen, oder vielleicht sogar an Rennen teilnehmen? Dann solltest Du vielleicht über ein Race Board nachdenken. Diese Boards sind vor allem auf Geschwindigkeit beim Geradeauslaufen getrimmt. Sie sind besonders lang (12’6“ bis 14’0“) und schmal (26“ – 28“) geschnitten, haben eine sehr spitze Nase und einen schlanken Bug. Vor allem sind sie schmal!

Diese Eigenschaften werden natürlich zugunsten anderer Eigenschaften erkauft. So sind Race Boards besonders kippelig und im Vergleich zu Allroundern alles andere als wendig. Das wird vor allem Anfänger ziemlich abschrecken. Das sollte es aber nicht! Natürlich wirst Du Dich als blutjunge Anfänger zu Beginn auf einem Allround Board sehr viel wohler und sicherer fühlen, als auf einem Race Board. Mit letzterem wirst Du wahrscheinlich sogar erst einmal ziemlich zu kämpfen haben und recht oft im Wasser liegen. Aber Du wirst Dich erfahrungsgemäß sehr schnell daran gewöhnen. Sollte Dir der Anwendungszweck eines Race Boards von vornherein sympathischer sein, als die der anderen, dann solltest Du ein solches auch als Anfänger ernsthaft in Erwägung ziehen.

Herstellung & Qualitäten

Große Unterschiede gibt es auch bei der Herstellung der aufblasbaren Boards, die sich maßgeblich auf deren Fahreigenschaften und Haltbarkeit auswirken. Alle derzeit gehandelten Boards haben einen sogenannten Drop Stitch-Kern. Damit sind zahlreiche Fäden gemeint, welche auf der gesamten Fläche die Ober- und Unterseite aus PVC miteinander verbinden. Der Drop Stitch-Kern sorgt dafür, dass das Board beim Aufblasen auch die Form eines Bretts bekommt und nicht die einer Wurst. Auch dabei gibt es natürlich Qualitätsunterschiede zwischen teuren und eher günstigeren Boards. Denn je dichter die Fäden im Kern gespannt sind, desto stabiler ist er. Doch dieses Qualitätsmerkmal ist für den Kunden schwer zu beurteilen, denn häufig fehlen dazu auch jegliche Angaben. Bessere Indikatoren bieten hier die Anzahl der Lagen (Layer), wie diese ihrerseits verarbeitet sind und welche zusätzlichen Verstärkungen angebracht sind.

Die Lagen (Layer)

Single Layer-Boards

Die einfachen und günstigen Boards bestehen häufig nur aus einer einzigen Lage PVC. Viele auffällig günstige Baords, wie sie beispielsweise hin und wieder von Discountern angeboten werden, sind solche sogenannten Single Layer-Boards. Diese Boards sind gleich in mehrfacher Hinsicht problematisch:

  1. Sie sind nicht sehr steif und neigen gerade zur Mitte hin dazu, sich deutlich durchzubiegen. Gerade bei schweren Personen wird so aus dem vermeintlichen Brett schnell mal eine Banane. Oft vertragen sie auch einen erheblich geringeren Maximaldruck als hochwertigere Boards, worunter die Steifigkeit zusätzlich leidet.
  2. Ihre Haltbarkeit ist deutlich eingeschränkter. Die einfache Lage bietet vergleichsweise wenig Schutz gegen spitze Gegenstände, die auf die Oberfläche einwirken. Dennoch: Ein kleines Loch ist niemals Grund dafür, ein Board zu entsorgen. In fast allen Fällen lässt sich das Leck wieder mit einem speziellen Flicken schließen.

Aber Achtung: Ein vom Discounter angebotenes Board muss nicht zwangsläufig ein Single Layer-Board sein. Seid aber bei auffällig günstigen Angeboten wachsam und schaut mal genauer auf die Beschreibung.

Double Layer-Boards

Wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, bestehen die hochwertigeren Double Layer-Boards aus 2 Lagen PVC. Hierdurch erreichen sie eine erheblich höhere Steifigkeit, als Single Layer-Boards. Der Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass sie normalerweise mit einem deutlich höheren Druck aufgepumpt werden. Ein normaler Standardwert ist hier 15 PSI (1 Bar).

Vor wenigen Jahren wurden die beiden PVC-Lagen noch miteinander verklebt. Heute werden sie stattdessen miteinander laminiert, d.h. thermisch verbunden. Laminierte Double-Layer Boards sind leichter als verklebte. Und auch wenn es noch nicht so gute Langzeiterfahrungen gibt, geht man davon aus, dass sie auch länger halten. Denn der Kleber kann mit der Zeit seine Wirkung verlieren, so dass sich die Schichten wieder teilweise voneinander lösen.

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